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Garnelen: Sorten, Tiefkühlware und Zubereitung

Große Garnelen wie White Tiger und Black Tiger stammen meist aus Zucht, kleine Nordseekrabben und Eismeergarnelen aus Wildfang. Tiefgekühlte Garnelen taust Du im Kühlschrank auf, und rohe Garnelen garst Du immer durch.

Auf einen Blick

  • Sorten:White Tiger und Black Tiger meist aus Zucht, Nordseekrabben und Eismeergarnelen aus Wildfang
  • Auftauen:über Nacht im Kühlschrank, das Tauwasser weggießen
  • Garen:wenige Minuten, bis das Fleisch rosa und nicht mehr glasig ist
  • Sicherheit:rohe Garnelen immer durchgaren, bis sie im Kern mindestens zwei Minuten lang 70 °C erreicht haben

Garnele, Shrimp, Krabbe oder Scampi?

Im Englischen heißen alle Garnelen Shrimp, während man in Deutschland mit Shrimps meist kleinere Garnelen meint. Die Nordseekrabbe ist zoologisch keine Krabbe, sondern ebenfalls eine Garnele, die aber als Krabbe verkauft werden darf. Scampi heißen auf Deutsch Kaisergranat und sind keine Garnelen.

Welche Art in der Packung ist, verrät meist der wissenschaftliche Name, der auf dem Etikett stehen muss. Bei Wildfang genügt manchmal der Name einer ganzen Garnelenfamilie, weil sich die Arten beim Fang oft nicht trennen lassen. Bezeichnungen wie Riesengarnele oder King Prawn sind dagegen Produktnamen, die keiner bestimmten Art zugeordnet sind.

Garnelensorten im Überblick

Den Namen Grönlandgarnele darf die Eismeergarnele nur tragen, wenn sie aus Grönland kommt.
Handelsname Wissenschaftlicher Name Herkunft Zucht oder Wildfang Typisch
White Tiger Garnele Penaeus vannamei stammt aus den Küstenmeeren Lateinamerikas, gezüchtet in Lateinamerika und Asien fast immer Zucht bis 45 g, eher mild
Black Tiger, Tiger-Garnele Penaeus monodon Süd- und Südostasien, Australien, Ostafrika Zucht und Wildfang bis 60 g, kräftigeres Aroma
Nordseegarnele, Nordseekrabbe, Granat Crangon crangon Küsten von Frankreich bis Dänemark, vor allem Wattenmeer und Deutsche Bucht Wildfang bis 9,5 cm, an Bord gekocht, zart und aromatisch
Eismeergarnele Pandalus borealis Nordatlantik, vor allem vor Grönland und Kanada Wildfang bis 16 cm, rosarot, feines Fleisch
Argentinische Rotgarnele Pleoticus muelleri Südwestatlantik vor Patagonien Wildfang bis 19 cm

Quelle: BLE-Verzeichnis der Handelsbezeichnungen (Stand 14.10.2026); Stiftung Warentest; Thünen-Institut; FIZ; SeaLifeBase (öffnet in neuem Tab)

Zucht oder Wildfang

Die großen Warmwassergarnelen White Tiger und Black Tiger gehören zur selben Gattung, also zu einer Gruppe eng verwandter Arten, die Fachleute Penaeus nennen. Weltweit wurden davon 2023 rund 9,2 Millionen Tonnen gezüchtet, berichtet die Marktbeobachtungsstelle der EU. Vier Fünftel davon waren White Tiger. Die größten Erzeuger sind China, Indien, Ecuador, Vietnam und Indonesien.

Zählt man alle Arten mit, sieht es anders aus. Von den Garnelen, die in der EU gegessen werden, stammt laut Bundesamt für Naturschutz etwa die Hälfte aus Zucht und die Hälfte aus Wildfang. Wild gefangen werden zum Beispiel Nordseekrabben und Eismeergarnelen, die es nicht aus Zucht gibt.

Rohe, ungeschälte Garnelen mit Kopf, langen Fühlern und blauen Scheren auf einem weißen Teller

Was Zucht und Fang für die Umwelt bedeuten

Für Garnelenfarmen werden oft große Flächen Mangrovenwald umgewandelt, schreibt das Bundesamt für Naturschutz. Wie stark eine Farm die Umwelt belastet, hängt dem Amt zufolge vom Zuchtsystem ab. Am schädlichsten sind intensive Farmen mit vielen Tieren, während Farmen mit wenigen Tieren und wenig Chemie die Umwelt weniger belasten.

Eismeergarnelen werden mit Schleppnetzen gefangen. Dabei können laut Umweltorganisation WWF Tiere am Boden geschädigt werden und geschützte Fische als Beifang ins Netz gehen, berichtet die Stiftung Warentest.

Was die Siegel prüfen

Bei Garnelen gibt es Siegel für Wildfang und für Zucht. Das MSC-Siegel steht auf Garnelen aus Wildfang, das ASC-Siegel auf Garnelen aus Zucht. Bio-Garnelen stammen ebenfalls aus Zucht, weil Fisch aus Wildfang nicht als Bio verkauft werden darf.

  • MSC

    • Der Bestand darf nicht überfischt sein.
    • Die Auswirkungen auf den Lebensraum Meer werden verringert.
    • Die Fischerei ist geregelt und wird kontrolliert.
    • Unabhängige Gutachter prüfen, das Zertifikat gilt höchstens fünf Jahre.

    Für Garnelen aus Wildfang

  • ASC

    • Farmen dürfen nicht in Schutzgebieten oder Mangroven liegen, mit wenigen Ausnahmen.
    • Es gibt Regeln für Abwasser und Arbeitsbedingungen.
    • Garnelen, die mit Antibiotika behandelt wurden, dürfen kein ASC-Siegel tragen.

    Für Garnelen aus Zucht

  • Bio

    • Die EU-Öko-Verordnung begrenzt, wie viele Tiere auf einer Fläche leben, und schreibt Bio-Futter vor.
    • Der Verband Naturland verbietet bei Garnelen Antibiotika.
    • Naturland verlangt, frühere Mangrovenflächen teilweise wieder aufzuforsten.

    Für Garnelen aus Zucht nach EU-Öko-Verordnung

Nordseekrabben: an Bord gekocht

Nordseekrabben werden vor allem im Wattenmeer und in der Deutschen Bucht gefangen. Weil die Fischer sie gleich an Bord kochen, sind sie im Laden schon gar. Geschält werden sie meist im Ausland, da das Schälen von Hand in Deutschland zu teuer ist. Laut einem Bericht des Thünen-Instituts, eines Forschungsinstituts des Bundes, lassen zwei niederländische Großhändler den größten Teil der deutschen Fänge in Marokko schälen.

Das steht auf der Packung

  • Handelsname und wissenschaftlicher Name der Art
  • „gefangen“ bei Wildfang oder „in Aquakultur gewonnen“ bei Zucht
  • bei Zucht das Land, bei Wildfang das Fanggebiet und das Fanggerät
  • der Hinweis „aufgetaut“, wenn die Garnelen vor dem Verkauf aufgetaut wurden
  • Krebstiere als Allergen, hervorgehoben im Zutatenverzeichnis

Angaben wie 16/20 bedeuten, dass 16 bis 20 Garnelen auf eine Gewichtseinheit kommen. Je kleiner diese Zahlen sind, desto größer sind die Tiere. Ob sich die Angabe auf ein Pfund oder ein Kilogramm bezieht, steht nicht immer dabei.

Geschälte, gegarte Garnelen in rosa-weißer Farbe und typischer C-Form, Nahaufnahme

Tiefkühlgarnelen: Eis und Auftauen

Tiefgekühlte Garnelen sind meist von einer Eisschicht umhüllt, die sie vor dem Austrocknen schützt. Diese Glasur macht in der Regel 10 bis 20 Prozent des Gewichts aus, ist aber im Nettogewicht auf der Packung nicht enthalten.

Am besten tauen die Garnelen über Nacht im Kühlschrank auf. Wenn es schneller gehen muss, legst Du die Garnelen in einem verschlossenen Beutel unter fließendes kaltes Wasser. Bei Zimmertemperatur oder in warmem Wasser solltest Du sie nicht auftauen. Aufgetaute Garnelen verarbeitest Du möglichst bald und frierst sie nicht wieder ein.

Garnelen vorbereiten: auftauen, schälen, Darm entfernen

  1. Schritt 1: Auftauen

    über Nacht

    Leg die gefrorenen Garnelen in ein Sieb über einer Schüssel und lass sie über Nacht im Kühlschrank auftauen.

  2. Schritt 2: Tauwasser weggießen

    Gieß das Tauwasser weg und tupf die Garnelen mit Küchenpapier trocken.

  3. Schritt 3: Kopf und Schale entfernen

    Dreh den Kopf vorsichtig ab, wenn die Garnele noch einen hat. Dann löst Du die Schale vom Kopfende her ab. Das Schwanzende kannst Du je nach Rezept an der Garnele lassen.

  4. Schritt 4: Darm entfernen

    Schneide den Rücken mit einem spitzen Messer ein. Den dunklen Faden darunter, den Darm, ziehst Du mit der Messerspitze oder einem Zahnstocher heraus. Er ist gesundheitlich unbedenklich, sieht aber nicht schön aus.

  5. Schritt 5: Hände waschen

    Wasch Dir nach dem Umgang mit rohen Garnelen gründlich die Hände.

Garnelen garen

Garnelen sind schnell gar, je nach Größe reichen wenige Minuten in der Pfanne, auf dem Grill oder in heißem Wasser. Sie sind fertig, wenn sie sich rosa färben, leicht zusammenziehen und das Fleisch nicht mehr glasig ist. Wenn Du sie zu lange garst, werden sie zäh und trocken.

Rohe Garnelen können Keime wie Salmonellen enthalten, auch wenn sie tiefgekühlt verkauft werden. Gar sie deshalb immer so lange, bis sie im Kern mindestens zwei Minuten lang 70 °C erreicht haben. Vorgekochte Garnelen kannst Du nach dem Auftauen kalt in einen Salat geben, wenn der Hersteller das empfiehlt. Schwangeren, älteren Menschen und Menschen mit geschwächter Abwehr rät das Bundesinstitut für Risikobewertung aber, Meerestiere nur gut durcherhitzt zu essen.

Gebratene Garnelen mit leicht gebräunter Oberfläche in einer schwarzen Pfanne
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Häufige Fragen zu Garnelen

check Muss man bei Garnelen den Darm entfernen? expand_more

Nein, der Darm ist gesundheitlich unbedenklich. Viele entfernen ihn trotzdem, weil der dunkle Faden nicht schön aussieht. Auch bei geschält gekauften Garnelen lohnt ein kurzer Blick, denn manchmal ist der Darm noch darin.

check Wie taue ich tiefgekühlte Garnelen am besten auf? expand_more

Über Nacht im Kühlschrank, in einem Sieb über einer Schüssel. Wenn es schnell gehen muss, im verschlossenen Beutel unter fließendem kaltem Wasser. Das Tauwasser gießt Du weg.

check Wie lange brauchen Garnelen in der Pfanne? expand_more

Je nach Größe wenige Minuten. Sie sind gar, wenn sie rosa sind, sich leicht zusammenziehen und das Fleisch nicht mehr glasig ist. Länger gegart werden sie zäh.

check Was ist der Unterschied zwischen Garnelen und Shrimps? expand_more

Shrimp ist das englische Wort für Garnele. In Deutschland nennt man vor allem kleinere Garnelen Shrimps.

check Kann ich vorgekochte Garnelen kalt essen? expand_more

Ja, wenn der Hersteller das auf der Packung empfiehlt, etwa für Salate. Schwangere, ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Abwehr sollten Meerestiere laut Bundesinstitut für Risikobewertung aber nur gut durcherhitzt essen.

check Darf ich aufgetaute Garnelen wieder einfrieren? expand_more

Nein. Aufgetaute Garnelen verarbeitest Du möglichst bald und frierst sie nicht erneut ein.

Quellen

(23)
  1. BLE/FIZ: Verzeichnis der Handelsbezeichnungen für Erzeugnisse der Fischerei und Aquakultur (Stand 14.10.2026) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  2. Stiftung Warentest: Garnelen im Test – Große Familie: Garnelen, Krabben, Shrimps & Co (18.05.2022) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  3. Stiftung Warentest: Garnelen – Tipps für die Zubereitung (18.05.2022) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  4. Stiftung Warentest: Garnelen aus Wildfang – Das MSC-Siegel (18.05.2022) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  5. Fisch-Informationszentrum: Vor- und Zubereitung – Grundlagen der Verarbeitung (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  6. Thünen-Institut, Fischbestände online: Nordseegarnele (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  7. Thünen-Institut, Fischbestände online: Eismeergarnele (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  8. Thünen-Institut, Fischbestände online: Kaisergranat (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  9. Schröder et al.: Lösungsansätze für die regionale Wertschöpfungskette Nordseekrabbe. Thünen Report 128 (2026) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  10. EUMOFA (EU-Kommission): Species profile Shrimp (Penaeus) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  11. Bundesamt für Naturschutz: Europas wachsende Lust auf Garnelen. Ein Blick auf die Biodiversitätskrise (Fact Sheet, 2025) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  12. MSC: Zertifizierungskriterien (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  13. ASC: Shrimp Standard v1.2.1 – plain English (November 2024) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  14. Naturland: Ökologische Aquakultur (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  15. Verbraucherzentrale NRW: Fischsiegel und -label – Eine Orientierung für Ihren Einkauf (28.03.2025) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  16. Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission: Leitsätze für Krebs- und Weichtiere und Erzeugnisse daraus (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  17. LGL Bayern: Mikrobiologischer Status von Krustentieren – Untersuchungsergebnisse 2008 (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  18. LGL Bayern: Garnelen – Untersuchung auf Zusatzstoffe und Verderb (2023) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  19. BfR: Unsichtbare Gefahr – Listerien in Räucherfisch (Presseinformation, 30.09.2020) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  20. Verordnung (EU) Nr. 1379/2013, Artikel 35 und 38 (Kennzeichnung von Fischereierzeugnissen) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  21. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittelinformationsverordnung), Anhang II und IX (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  22. Codex Alimentarius: Standard for Quick Frozen Shrimps or Prawns (CXS 92-1981) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026
  23. SeaLifeBase: Pleoticus muelleri (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 17.10.2026

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